Ratgeber
Navigationsaufgabe & Kartenarbeit Schritt für Schritt
Die Navigationsaufgabe ist der häufigste Grund, durch die SBF-See-Theorie zu fallen. Wer nur Multiple-Choice-Fragen paukt und die Kartenarbeit vernachlässigt, scheitert am Prüfungstag. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, was geprüft wird und wie du es angehst.
Was du brauchst
- Die amtliche Seekarte (in der Ausbildung meist die Übungskarte INT 1 oder die Übungskarte 49).
- Ein Anlegedreieck (Kursdreieck).
- Ein Zirkel.
- Bleistift und Radiergummi.
Diese Werkzeuge musst du blind bedienen können — die Mechanik ist die halbe Miete.
Die drei Kurse — und warum sie sich unterscheiden
In der Navigationsaufgabe begegnen dir drei „Kurse”, die zusammenhängen:
- rwK — rechtweisender Kurs. Der Kurs gegenüber dem geografischen Nordpol. Auf der Karte abgegriffen.
- MwK — missweisender Kurs. Berücksichtigt die Missweisung (Ortsmissweisung, in der Karte angegeben).
- MgK — Magnetkompasskurs. Berücksichtigt zusätzlich die Ablenkung (Deviation) des bordeigenen Magnetkompasses, abhängig von Stahlteilen an Bord.
Die Umrechnung läuft in dieser Kette: rwK ± Missweisung = MwK ± Ablenkung = MgK. Vorzeichen sauber merken — hier passieren die meisten Fehler.
Schritt-für-Schritt: vom Punkt A zu Punkt B
- Punkte A und B auf der Karte markieren.
- Mit dem Anlegedreieck den rwK abgreifen (Kurs zwischen den Punkten zum Norden gemessen).
- Missweisung aus der Karte ablesen und auf den rwK anwenden → MwK.
- Ablenkung für diesen Kurs aus der Ablenkungstabelle ablesen → MgK.
- Distanz mit dem Zirkel abgreifen und am Breitenmaßstab ablesen (1 Bogenminute = 1 Seemeile).
Strom- und Windversatz
Wenn Strom (z. B. Tidenstrom) oder Wind das Schiff seitlich versetzen, musst du vorhalten. Mit Stromrichtung, Stromstärke und eigener Fahrt baust du das Stromdreieck — und ermittelst, in welche Richtung du steuern musst, um die geplante Linie tatsächlich zu fahren.
Standortbestimmung per Kreuzpeilung
Du peilst zwei bekannte Punkte an Land (Leuchttürme, markante Landmarken), trägst beide Peilungslinien in die Karte ein — der Schnittpunkt ist dein Standort. Drei Peilungen statt zwei sind sicherer (Fehlerdreieck zeigt die Genauigkeit).
Die häufigsten Fehler
- Vorzeichen verwechseln bei Missweisung/Ablenkung — sauber merken: West negativ, Ost positiv.
- Distanz am Längengrad statt am Breitenmaßstab abgreifen — nur die Breite hat die richtige Skala für Seemeilen.
- Karte nur lesen statt zeichnen. Aktive Übung ist Pflicht.
So übst du wirklich
Plane in den letzten zwei Wochen vor der Prüfung mindestens eine komplette Navigationsaufgabe pro Tag — mit Karte, Dreieck, Zirkel auf dem Tisch. SKIPPR hält dir die Theorie zur Navigation parallel präsent, damit du in der Prüfung weißt, warum du was tust — und nicht nur die Mechanik abspulst.
Häufige Fragen
Was wird in der SBF-See-Navigationsaufgabe geprüft?
Aufgaben rund um Kurs- und Peilungsberechnung mit der Seekarte: Umrechnung zwischen rechtweisendem Kurs (rwK), missweisendem Kurs (MwK) und Magnetkompasskurs (MgK), Berücksichtigung von Strom- und Windversatz sowie die Standortbestimmung über Peilungen.
Welche Werkzeuge brauche ich für die Kartenarbeit?
Die amtliche Seekarte (z. B. die Übungskarte 49 oder INT 1), ein Anlegedreieck, ein Zirkel, ein Bleistift und ein Radiergummi. Mehr nicht — aber alles davon solltest du sicher bedienen können.
Wie übe ich die Navigationsaufgabe am besten?
Nicht lesen, sondern zeichnen. Setz dich mit echter Karte und Anlegedreieck hin und arbeite Aufgaben aktiv durch. Wer nur Lösungswege liest, scheitert am Prüfungstag an der Mechanik.
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